Die Festplatte im Rechner gibt den Geist auf, die gesamte Foto-Sammlung ist erst einmal futsch: Wie sich der Super-Gau vermeiden lässt.

Den Albtraum einer defekten Festplatte habe ich schon zweimal erlebt. Beim ersten Mal, vor einigen Jahren, habe ich die meisten Bilder mithilfe anderer mühsam wieder zusammentragen können. Beim zweiten Mal war ich nun auf den drohenden Datenverlust vorbereitet. Ein wenig Geld investieren und von Anfang an richtig sortieren das erspart am Ende eine Menge Frust. Die Mittel: eine externe Festplatte und ein ordentlicher Umgang mit Ordnerstrukturen.

Im Grundsatz reicht es schon, die eigenen Fotos regelmäßig auf eine zweite Festplatte zu kopieren. Aber wer macht sich schon die Mühe, das alle paar Tage oder auch nur alle paar Wochen zu tun? Zuverlässiger sind automatische Lösungen, die im Hintergrund mitarbeiten, schon während man neue Bilder von der Kamera abspeichert oder bestehende bearbeitet.

Weg 1: externe Festplatte per Software bespielen

Eine Möglichkeit dafür ist eine externe Festplatte, die permanent am Computer angeschlossen ist, und eine Software, die Daten in bestimmten Ordnern synchron hält. Zuverlässig und kostenlos tut das unter Windows zum Beispiel FreeFileSync. Zudem ist das Programm quelloffen, sodass keine versteckten Funktionen im Hintergrund zu arbeiten drohen.

Die Einrichtung geht schnell. Auf Quell- und Zielfestplatte werden jeweils die zu synchronisierenden Ordner bestimmt, Möglichkeiten für die Zeitplanung sind etwa tägliche Abgleiche oder solche bei jedem Start des Rechners. Fortan läuft das Programm im Infobereich und zeigt auf Wunsch auch mit kleinen Hinweisen an, was es tut.

Knackpunkte:

  • Auch künftige Fotos müssen konsequent in die eingerichteten Festplattenordner abgespeichert werden.
  • Die externe Festplatte muss angeschlossen bleiben.
  • Eigene Fehler lassen sich nicht so leicht rückgängig machen.

Weg 2: Verwaltungssoftware speichert doppelt

Verwaltungsprogramme wie Adobe Lightroom beherrschen häufig die Funktion, die Datenbank mitsamt allen Fotos an einen zweiten Ort zu speichern. Auch dafür braucht es dann eine externe Festplatte.

Ein Vorteil ist dabei, dass auch Einstellungen des Programms und sämtliche vorliegende Versionen der Bilder mit gespiegelt werden können. Lightroom behält die Originaldateien aus der Kamera ebenso wie nachträglich erfolgte Bildschnitte, Änderungen des Weißabgleichs etc. – wer das alles mit sichert, erspart sich viel Arbeit. Knackpunkte gibt es hier kaum. Die Software meldet, wenn sie nicht auf den zweiten Ort speichern konnte.

Knackpunkte:

  • Eigene Fehler lassen sich nicht so leicht rückgängig machen.
  • Änderungen am Archiv außerhalb des Verwaltungsprogramms werden nicht gesichert.

Weg 3: Mit einem NAS sogar eigene Fehler absichern

Wer ohnehin viele Daten, auch abseits der Fotos, vor einem Datenverlust schützen möchte, fährt mit einem so genannten NAS womöglich am besten. Der netzgebundene Speicher ist im Prinzip ein Mini-Rechner, der ans heimische Rechner-Netzwerk angeschlossen wird. Eine zugehörige Software speichert entweder Wunschorte oder die Inhalte aller Festplatten schon während man an den Daten arbeitet. Die Verbindung über das Netzwerk ist schnell, Fehler werden sofort gemeldet.

Dabei ist es ganz gleich, ob man nun mit einem Verwaltungsprogramm wie Adobe Lightroom oder selbst in den Festplattenordnern Änderungen vorgenommen hat. Außerdem gibt es die Möglichkeit, von jeder gespiegelten Datei mehrere Versionen abzusichern. Wer ein Foto zum Beispiel über Tage immer wieder ein wenig verändert hat, findet dann auf seiner Sicherung jeden Stand zum Wiederherstellen. Das sichert nicht nur gegen Datenverlust durch eine defekte Festplatte, sondern auch durch eigene Fehler ab.

Knackpunkte:

  • Es fallen große Datenmengen an, die wiederum große Festplatten erfordern.
  • Die Geräte kosten mit ab 100 Euro recht viel.

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