Für den untrainierten Kreislauf ist Thailand ein schwieriges Reiseland, besonders im Frühling und Sommer: Wir haben es falsch gemacht und waren im April und Mai 2013 dort. Tags meist mehr als 40 Grad, nachts selten weniger als 30 sind eine echte Herausforderung. Wer da aus dem klimatisierten Raum heraus tritt, läuft wie gegen eine Wand. Die Ausrüstung hat mit ein wenig Vorsicht nicht gestört, Kameras und Objektive sind in der Regenzeit ab Juni deutlich gefährdeter. Dennoch: In der prallen Sonne die Kamera und die Objektive nicht im Auto zurücklassen!

Ins Gepäck gehören Festbrennweiten oder Allrounder: Farben und Menschen lassen sich auf mittlerer Distanz einfangen, in den Städten ist ohnehin alles verbaut, in der Natur alles zugewachsen. Wer Gewicht spart, ist auf Ausflügen nicht so leicht erschöpft.

Der Geschichtspark Sukhothai
Buddha allüberall: der Religionsstifter, verewigt im Geschichtspark Sukhothai. Im 13. und 14. Jahrhundert befand sich hier die Hauptstadt des ersten größeren Königreichs der Thai.

In Bangkok Auto zu fahren ist noch immer ein Abenteuer. Linksverkehr, nicht zu durchschauende Verkehrsregeln, an die sich außerdem ohnehin keiner zu halten scheint. Ständig schneiden die Roller – und Stau ist überall, zu jeder Tageszeit. Die Marke von acht Millionen Einwohnern allein im inneren Stadtgebiet ist längst überschritten, dafür funktioniert der öffentliche Nahverkehr erstaunlich gut.

Wer durch die Stadt geht, kann all die Sinneseindrücke kaum sortieren. Überall bieten sich Fotomotive, pulsiert das Leben. Historische Anlagen, Tempel und Paläste sind meist in Gold verkleidet. Nachts lohnt der Gang in eine der vielen Rooftop-Bars der Stadt. Wer Angst vor Kondenswasser in der Ausrüstung hat, schaltet die Kamera nach Wechseln zwischen Räumen mit Klimaanlage und der Außenwelt besser nicht sofort wieder ein.

Wer in Thailand unterwegs ist, sollte sich bei seiner Planung auf einige Tempel und historische Parks beschränken. Der nächste ist nie weit entfernt, etwas Besonderes bieten sie fast alle – aber schon nach einigen Tagen stellt sich ein Gewöhnungseffekt ein. Wer es sich aussuchen kann, wählt die Morgen- und Abendstunden für seine Fototouren. Sonst überstrahlt die Sonne viele Aufnahmen und der Smog der Großstädte trübt ebenfalls die Bilder.

Abseits der Metropolen waren wir unter anderem im Nationalpark Erawan westlich von Bangkok unterwegs, wo Dschungel und Wasserfälle nicht nur eine wunderbare Abwechslung zu den Metropolen sind, sondern man auch baden und sich die Füße von kleinen Fischen putzen/kitzeln lassen kann.

In Lop Buri dreht sich alles um Javaneraffen, die dort verehrt werden. Im asiatischen Raum stehen sie mit Mut, Humor und Weisheit für Werte eines Kriegers. In der Stadt sind sie längst zu einer Plage geworden, bevölkern Strommasten, Bahngleise und Autos, klettern rasant über die Häuserdächer.

Während die Geschichtsparks Ayutthaya und Sukhothai für uns die schönsten wieder freigelegten Tempelanlagen aus der Vergangenheit des Landes waren, lohnte sich für einen Blick auf die Gegenwart der Wat Phra That Doi Suthep am meisten – auch wenn der Aufstieg am Rande Chiang Mais eine Herausforderung ist. Der Legende nach ist ein weißer Elefant mit einer Reliquie auf dem Rücken hierher gewandert und gab damit das Zeichen für den Bau des Tempels.

Am Badeort Hua Hin schließlich ist für Fotografen der Nationalpark Khao Sam Roi Yot eine gute Adresse. Er umfasst ein weit ausgedehntes Gelände mit Sümpfen, Stränden, Aufstiegen und der legendären Phraya Nakhon Höhle, in der ein Schrein nur zu einer bestimmten Tageszeit im Lichtkegel steht und wo König Mongkut sich im 19. Jahrhundert eine tödliche Malaria-Infektion eingefangen haben soll.

Wer in Thailand unterwegs ist, erlebt auch den Buddhismus. Mönche sind ebenso wie die Touristen unterwegs und besuchen die gängigen Sehenswürdigkeiten. Viele der Orte fungieren als Pilgerstätten, an denen die Menschen ihren Glauben praktizieren, wo sie spenden und Rituale ausführen, die Glück bringen sollen. Für den Betrieb der Tempel in Thailand sind Spenden ein wichtiger Faktor – man sollte also besonders in den kleinen Orten / abseits der großen Touristenströme etwas hergeben.

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