Von Kapstadt nach Port Elizabeth und wieder zurück: In Südafrika liegen auf diesen knapp 800 Kilometern Distanz Weinanbaugebiete und Halbwüste, grüne Küste entlag der legendären Garden Route und zahlreiche Nationalparks. Die Tour, die ich 2011 unternommen habe, lässt einen längst nicht das ganze Land kennenlernen. Aber die Eindrücke vom südlichen Ende der Welt sind beeindruckend. Zu Besuch in einem Land mit beinahe europäischem Klima und einer überwältigenden Natur. Was können sich Fotografen mehr wünschen?

Ins Gepäck gehören die Extreme: Weitwinkel und lange Brennweiten. Wer sich auf Selfies mit dem Smartphone beschränkt, ist echt selber schuld.

Südafrika Kap-Halbinsel Bärenpaviane
Auf der Kap-Halbinsel leben Bärenpaviane – das Gebiet ist ein Nationalpark, in dem sich Menschen und Tiere frei bewegen können

Allein die Region um Kapstadt herum ist einen ganzen Urlaub wert. Die Millionen-Metropole liegt zwischen dem Meer und dem über 1000 Meter hoch ragenden Tafelberg in einer einmaligen Lage. Morgens am Strand, dann durch den botanischen Garten Kirstenbosch quasi von der Rückseite zu Fuß den Berg hinauf und von dem majestätischen Panorama aus die endlose Stadt betrachten – kein Ort ist wie dieser. Wer es leichter haben möchte, kann natürlich mit der Seilbahn fahren, muss dann aber auch große Touristengruppen in Kauf nehmen und verpasst den Aufstieg mit wechselnder Vegetation.

Richtung Süden sind für Fotografen von der Stadt aus der Chapman’s Peak Drive und die Kap-Halbinsel mit ihrem Nationalpark, Richtung Osten das Weinanbaugebiet um Stellenbosch und Richtung Süd-Osten die grandiose R44 in Richtung Betty’s Bay schnell mit dem Auto zu erreichen. Weitere Tipps: Nachts auf den Signal Hill und – natürlich – mit dem Boot zum Museum nach Robben Island übersetzen.

Einst war das Eiland Ankerpunkt für Seefahrer, später Lepra-Kolonie, dann schließlich eins der bekanntesten Gefängnisse der Welt. Heute lassen dort ehemalige Wärter und ehemalige Gefangene gemeinsam nachempfinden, was Nelson Mandela und seine Gefährten während der Apartheid-Zeit ertragen mussten. Die Zwinger der Wachhunde sind geräumiger als die Zellen der Menschen; beeindruckend, dass die Regenbogennation dennoch heute auch hier funktioniert.

Zwischen Meer und Halbwüste liegt mit der Garden Route ein grünes Band, das vor Leben nur so strotzt. Robben, Weiße Haie, Pinguine und kalbende Buckelwale bevölkern die See, an Land folgt ein Küstenort dem anderen. Strände bis zum Horizont, unterbrochen von schroffen Steilklippen und weiteren Nationalparks zeigen ein Land, in dem man sich bemüht, seine natürlichen Schätze zu bewahren.

Bei den Touristentouren raus zu den Haien ist das allerdings durchaus umstritten – die Tiere werden mit Ködern angelockt, was sie auf Nähe zu Menschen prägen könnte. Ob es legitim ist, auf diese Weise mit den Tieren Geld zu verdienen, und ob sie dadurch tatsächlich vor der Ausrottung geschützt werden, mag jeder für sich selbst entscheiden. Ich hatte von der Fahrt keinen allzu schlechten Eindruck. Los ging’s in Gansbaai. Dass die Tiere für Fotos aus dem Wasser springen, ist wohl reine Glücksache.

Wer in Südafrika auf Safari die Big Five – Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel und Leopard – vor die Kamera bekommen möchte, sollte in einen der Nationalparks mit entsprechendem Angebot und weg von den Städten. Furchtbar: Löwenkuscheln für Erinnerungsfotos, wie ich es in Oudtshoorn erlebt habe.

Entlang der Garden Route findet die Tierhaltung seriös und in natürlicher Umgebung unter anderem im Addo-Elefanten-Nationalpark statt, der sich binnen zwei bis drei Tagen gut auf eigene Faust per Auto erkunden lässt. An Aussichtspunkten auszusteigen, wo Schilder vor Löwen warnen, lässt ebenso das Gefühl von Abenteuer aufkommen wie am Wasserloch mit dem kleinen Mietwagen plötzlich zwischen einer Elefantenherde zu stehen. Da darf die Kamera dann auch einmal einen Moment ruhen.

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