Von Rom aus durch die Toskana bis zum Küstenstreifen der Cinque Terre: In Italien lässt sich so auf vergleichsweise kurzen Strecken viel erleben. Wer sich auf die Ewige Stadt beschränkt, verpasst nicht nur eine Menge Foto-Motive, sondern auch die Geschichte der umliegenden, lange souveränen Stadtstaaten, die sich bei allem gegenseitig überbieten wollten. Sei es die größte, schönste Kirche, der geschickteste Baumeister oder der weiseste Gelehrte am Hofe – Europa hätte sich ohne sie kaum mit Rennaissance und Humanismus derart weiter entwickelt.

Ins Gepäck gehören der abwechslungsreichen Tour entsprechend verschiedene Objektive, besonders Weitwinkel und Festbrennweiten: In den Städten gibt es eindrucksvolle Architektur, auf dem Land weite Kulturlandschaften mit knackigen Farben und den klaren Linien der landwirtschaftlichen Flächen. Kleine und große Kunstgegenstände eignen sich sowohl für die Dokumentation als auch das Spiel mit Schärfentiefe.

Die Laokoon-Gruppe im Vatikan
Die Laokoon-Gruppe im Vatikan ist ein Meisterwerk der Bildhauerei – lange Abhandlungen gibt es allein schon zu den Gesichtsausdrücken der Figuren

Rom, die Ewige Stadt, das Zentrum von Italien und über Jahrhunderte der gesamten westlichen Welt. Wo soll man da anfangen, wo aufhören? Fotografen finden an kaum einem Ort mehr Monumente, Kunstwerke und Zeugnisse der Geschichte Europas, seiner Kultur und großen Leistungen auf so kleinem Raum. Wir haben im Jahr 2015 binnen drei Tagen vieles sehen können, die Routen wollen allerdings gut geplant sein.

Zu Museen wie dem im Vatikan lassen sich schon Wochen vorher Karten kaufen, an den Warteschlangen geht man dann zu seinem gebuchten Termin einfach vorbei. Schade: In der Sixtinischen Kapelle sind Fotos verboten. Der Roma Pass lässt bei Eintritten und Nahverkehrstickets Geld sparen und erlaubt es ebenfalls, einzelne Warteschlangen zu überspringen (praktisch z.B. am Kolosseum). Wer es in den Petersdom schaffen möchte, sollte wohl besonders früh aufstehen. Wir haben dort auf geschätzte drei Stunden Wartezeit am Mittag lieber verzichtet.

Wein, Olivenöl – und diejenigen, die sich das anschauen mögen: In der Toskana wird jede Fläche bewirtschaftet. Und gerade darum kommen die Touristen. Farben, das Auf und Ab der Hügel und die Linien zwischen den Anbauflächen sind ein schöner Anblick und damit auch gutes Foto-Motiv.

Bei der Tour durch Italien lohnt sich außerdem ein Besuch der Villa d’Este vor Rom. Die Parkanlage mit unzähligen Brunnen stammt aus dem 16. Jahrhundert und sollte als erholsamer Rückzugsort vom Leben in der Metropole dienen. Die Planung fand auf einem so hohen Niveau statt, dass sich am zentralen Neptunbrunnen, von zwei Aussichtspunkten aus gesehen, ein Regenbogen mit dem Wasser ins untere Becken stürzt.

Abseits von den bekannteren Städten lohnt definitiv ein Abstecher nach Poppi. Hier thront mitten im Städtchen auf dem Hügel eine Burg über den Tälern am Arno. Aus dem Glockenturm bietet sich ein guter Rundumblick. Ähnlich charmant ist Monteriggioni, bekannt vor allem durch das Videospiel Assassin’s Creed 2, in dem es der Spieler Schritt für Schritt mitsamt Stadtmauer aufbaut.

Die Cinque Terre schließlich liegen zwar nicht mehr in der Toskana, ergänzen eine Rundreise aber durch schroffe Küsten und eine Möglichkeit zum Baden. Neben einigen anderen Stationen dieser Reise gehören auch die fünf Küstendörfer zusammen mit Porto Venere zum UNESCO-Weltkulturerbe. Fotos gelingen hier einerseits von See aus, wo Boote zwischen den sechs Stationen pendeln, andererseits aber bei einem Aufstieg in den jeweiligen Ort zum Meer hinab.

Pisa, Florenz, Arezzo und Siena gehören zu den interessanten Städten der Toskana – und steckten mitten drin in dem eingangs erwähnten Wettstreit der Stadtstaaten um größere Errungenschaften. Die Dome / Hauptkirchen sind jeweils gute Ausgangspunkte für Erkundungstouren. Meist liegen weitere wichtige Bauten und die Museen gleich in der Nähe.

Vor der Fahrt nach Pisa lässt sich der Aufstieg auf den Schiefen Turm schon vorab online buchen. Für Florenz sollte man beim Italien-Urlaub ebenso wie für Rom viel Zeit einplanen. Die Touristenströme sind der Hauptstadt ebenbürtig.

 

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